Karosseriekleber
Karosseriekleber werden im Lackier- und Karosseriebetrieb für sehr unterschiedliche Verbindungen eingesetzt: vom Verkleben von Außenhaut- und Anbauteilen über Kunststoffreparaturen bis zur Direktverglasung. Im WULFF Shop finden Sie dafür die passenden Klebstoffe.
Karosseriekleber für Blech, Kunststoff und Glas
Je nach Bauteil und Werkstoff kommen im Karosseriebetrieb unterschiedliche Klebstoffsysteme zum Einsatz. Karosseriekleber und Strukturklebstoffe sind auf belastbare Metallverbindungen ausgelegt, Kunststoffkleber auf flexible oder formstabile Kunststoffteile und Scheibenkleber auf die dauerhafte Direktverglasung. Für die Auswahl zählen deshalb vor allem Werkstoff, Belastung der Klebestelle, benötigte Elastizität und Aushärtungsverhalten.
Im WULFF Sortiment finden Sie unter anderem folgende Varianten:
- 2K Karosseriekleber: für definierte Blech- und Karosserieverbindungen
- Strukturklebstoff: für höher belastete, vom Fahrzeughersteller freigegebene Verbindungen
- 2K Kunststoffkleber: für Kunststoffteile, Risse, Fugen und Aufbauarbeiten
- PU-Scheibenkleber: für die Direktverglasung im Fahrzeug
- Schmelz- und Sprühklebstoffe: für Montage-, Innenraum- und Flächenverklebungen
2K Karosseriekleber für Außenhaut und Karosserieteile
Ein 2K Karosseriekleber besteht im professionellen Reparaturbereich häufig aus einem Epoxidharzsystem. Solche Klebstoffe sind für Stahl, Aluminium, SMC und glasfaserverstärkte Materialien vorgesehen. Typische Anwendungen liegen an Außenhautteilen wie Seitenwänden, Dächern oder Türfüllungen.
Wichtig ist die Abgrenzung zum Strukturkleber: Ein Karosseriekleber für Außenhautteile ist nicht automatisch für Säulen, Schweller oder Rahmenteile zugelassen. Dort gilt die jeweilige OEM-Reparaturvorgabe.
Strukturkleber Kfz für höher belastete Verbindungen
Ein Strukturklebstoff ist für Verbindungen mit höheren mechanischen Anforderungen ausgelegt. Im Kfz-Bereich gibt es beispielsweise 2K-Epoxid- und 2K-PU-Systeme für Stahl, Aluminium und weitere Werkstoffe.
Bei tragenden beziehungsweise crashrelevanten Bereichen entscheidet jedoch nicht allein die technische Festigkeit des Klebstoffs. Der Fahrzeughersteller muss das Klebeverfahren und den vorgesehenen Strukturkleber für die konkrete Reparatur freigeben.
Scheibenkleber und PU-Scheibenkleber für Direktverglasung
Scheibenkleber verbinden Front-, Seiten- oder Heckscheiben dauerhaft mit der Karosserie. Im Kfz-Bereich kommen dafür häufig 1K-PU-Scheibenkleber zum Einsatz, die mit Luftfeuchtigkeit aushärten und nach der Montage eine elastische, belastbare Klebefuge bilden.
Bei der Auswahl sind vor allem Verarbeitungszeit, Anfangshaftung, Aushärtung, erforderliche Vorbehandlung und angegebene Wegfahrzeit relevant. Die Produkte müssen deshalb immer als abgestimmtes Verglasungssystem betrachtet werden.
Schmelzklebstoff und Sprühkleber für Montagearbeiten
Ein Schmelzklebstoff wird erwärmt verarbeitet und erreicht nach dem Abkühlen schnell Anfangsfestigkeit. Die Klebstoffe im WULFF Shop eignet sich unter anderem für Materialien wie Textilien, Leder, Kunststoffe, Holz sowie bestimmte Metalle.
Damit gehört Schmelzklebstoff eher in die Montage- und Innenraumbearbeitung als in die strukturelle Karosseriereparatur. Gleiches gilt für Sprühklebstoffe: Sie eignen sich vor allem für großflächige, leichte Materialien und nicht als Ersatz für einen 2K Karosseriekleber oder Scheibenkleber.
Häufige Fragen zu Karosserieklebstoffen
Wann nimmt man einen 2K-Epoxid-Karosseriekleber statt eines 2K-PU-Klebers?
2K-Epoxidkleber sind im Kfz-Bereich vor allem für belastbare Metallverklebungen an Stahl und Aluminium interessant. 2K-PU-Kleber werden häufiger für Kunststoffreparaturen, kleinere Aufbauarbeiten sowie Verbindungen eingesetzt, bei denen mehr Flexibilität gefragt ist.
Was bedeutet 1,5 oder 3,5 Minuten bei einem 2K-Kunststoffkleber?
Damit ist die Verarbeitungs- beziehungsweise Topfzeit nach dem Vermischen gemeint. Eine kurze Variante eignet sich für kleine Risse, Halter und schnelle Reparaturen. Bei größeren Klebeflächen ist eine längere Verarbeitungszeit günstiger, weil mehr Zeit zum Austragen, Positionieren und Formen bleibt.
Wann braucht man einen Strukturklebstoff statt eines normalen Karosserieklebers?
Ein Strukturklebstoff ist für höher belastete Verbindungen ausgelegt und kann beispielsweise eine erhöhte Schlagfestigkeit besitzen. Ein Karosseriekleber für Außenhautteile ist nicht automatisch für tragende Fahrzeugstrukturen geeignet.
Warum ist eine definierte Klebstoffschicht bei Karosserieklebern wichtig?
Eine zu stark zusammengedrückte Klebefuge kann zu wenig Klebstoff zwischen den Fügeteilen zurücklassen. Deshalb besitzen bestimmte Karosserieklebstoffe Abstandshalter beziehungsweise Glaskugeln, die eine definierte Mindestschicht unterstützen. Das ist ein technisches Merkmal des jeweiligen Systems und kein Grund, die Teile mit möglichst hohem Druck zusammenzupressen.
Wann braucht man einen Statikmischer bei 2K-Klebstoff?
Bei Doppelkartuschen sorgt der Statikmischer dafür, dass Harz und Härter während des Austragens im richtigen Verhältnis homogen vermischt werden. Ohne passende Mischdüse ist eine gleichmäßige Reaktion nicht sichergestellt. Kartusche, Mischdüse und Auspressgerät müssen deshalb zum jeweiligen System passen.
Was bedeutet die Wegfahrzeit bei Scheibenklebern?
Die Wegfahrzeit gibt an, nach welcher Mindestzeit das Fahrzeug unter den angegebenen Bedingungen wieder bewegt beziehungsweise dem Kunden übergeben werden darf. Sie hängt vom konkreten Klebstoffsystem und den Prüfbedingungen ab.