Bechersysteme für Lackierarbeiten
Bechersysteme bündeln Anmischen, Filtern und Lackieren in einem abgestimmten Arbeitsablauf. Im WULFF Shop finden Lackierer Einweg- und Mehrkomponentensysteme mit unterschiedlichen Bechergrößen, Filterfeinheiten und passenden Adaptern für gängige Spritzpistolen.
Bechersysteme vereinfachen den Lackierprozess
Klassisch wird Lack in einem separaten Mischbecher angesetzt, durch ein Lacksieb gefiltert und anschließend in den Pistolenbecher umgefüllt. Moderne Bechersysteme für Lackierer reduzieren diese einzelnen Arbeitsschritte.
Bei geschlossenen Innenbechersystemen lässt sich das Material direkt im Becher anmischen. Der Filter sitzt bereits im Deckel, anschließend wird der Becher über einen passenden Adapter mit der Spritzpistole verbunden. Dadurch entfallen je nach System separater Mischbecher und zusätzliches Lacksieb.
Einweg Bechersysteme für unterschiedliche Anwendungen
Im WULFF Sortiment finden Sie unterschiedliche Bechergrößen, von kleinen Bechern für Detailarbeiten bis zu Ausführungen von mehreren hundert Millilitern für größere Reparatur- und Lackierflächen.
Beim PPS Bechersystem von 3M reicht die aktuelle Größenstaffel beispielsweise von 200 ml Bechern für Spot- und Einteilreparaturen bis zu größeren 850 ml Varianten für mehrere Bauteile.
Tipp für den Werkstattalltag: Die Bechergröße möglichst nah am tatsächlichen Materialbedarf wählen. So bleibt die Lackierpistole handlicher und unnötiges Restvolumen wird vermieden.
Geschlossenes Bechersystem für wechselnde Lackierpositionen
Bei Systemen mit flexiblem Innenbecher zieht sich der Liner während des Lackierens zusammen. Dadurch ist keine klassische Belüftungsöffnung wie beim offenen Fließbecher notwendig.
Solche geschlossenen Systeme ermöglichen auch Lackieren bei stark geneigter Pistole in nahezu jeder Position. Das ist besonders an Schwellerbereichen, Unterseiten, Motorraumteilen oder verwinkelten Karosserieflächen praktisch.
UV-geeignete Bechersysteme für lichtempfindliche Materialien
UV-härtende Beschichtungen verlangen eine besondere Becherwahl. Transparente Standardbecher schützen lichtempfindliches Material nicht automatisch vor vorzeitiger Reaktion.
Dafür existieren lichtundurchlässige beziehungsweise speziell für UV-Material ausgelegte Bechersysteme. Sie schützen Grundierungen und andere UV-reaktive Beschichtungsstoffe während Anmischen, Filtern und Applizieren vor unerwünschter Lichteinwirkung.
Filter im Bechersystem passend zum Lack wählen
Die Mikronangabe am Deckel beschreibt die Filterfeinheit. Ein kleinerer Wert bedeutet einen feineren Filter. Welcher Filter passt, richtet sich nach Lackmaterial und Vorgabe des Lackherstellers.
WULFF führt derzeit Bechersystem-Komponenten mit Filterfeinheiten von etwa 90 bis 280 µm. Im Sortiment finden sich unter anderem 90-, 125-, 130-, 190-, 200- und 280-µm-Ausführungen.
Als Orientierung innerhalb einzelner professioneller Systeme gelten beispielsweise:
- feinere Filter um 90–130 µm für dünnflüssige Klar- und wasserbasierte Beschichtungen
- mittlere Filter um 190–200 µm für zahlreiche konventionelle Lackmaterialien
- gröbere Ausführungen bis etwa 280 µm für höher viskose Grundiermaterialien
Becher-Deckel-Set für den Werkstattablauf richtig planen
Ein Becher-Deckel-Set für die Lackierung besteht je nach System aus Außenbecher, Einweg-Innenbecher beziehungsweise Mischbecher, Deckel mit integriertem Filter und Verschlusskomponenten.
Bei geschlossenen Systemen lässt sich nach der Lackierung Restmaterial wieder in den Innenbecher zurückführen. Dafür wird die Pistole nach Herstelleranweisung gedreht und der Materialweg entlastet. Nicht verbrauchtes Material kann bei geeigneten Systemen anschließend mit einer Verschlusskappe gesichert werden.
Häufige Fragen zu Bechersystemen
Welchen Filter braucht ein Bechersystem für Wasserbasislack?
Bei mehreren professionellen Bechersystemen werden für wasserbasierte Lacke feinere Filter eingesetzt. So sind beispielsweise 125 beziehungsweise 130 µm typische Größen für Wasserbasislack.
Warum läuft aus dem Bechersystem zu wenig Lack zur Pistole?
Bei belüfteten Systemen sollte zuerst die Belüftung kontrolliert werden. Ist sie geschlossen oder blockiert, entsteht Unterdruck und der Materialfluss bricht ein. Bei geschlossenen Liner-Systemen sollte man dagegen Dichtheit, Innenbecher, Filter und Adapter prüfen. Auch ein zu feiner Filter kann bei hochviskosem Material den Durchfluss begrenzen.
Kann ein 200-µm-Deckel für jeden Lack verwendet werden?
Nein. 200 µm ist für viele konventionelle Lackmaterialien gebräuchlich, aber nicht automatisch für jeden Basislack, Klarlack oder Füller richtig. Feinere Materialien können einen kleineren Filterwert benötigen, hochviskose Produkte einen gröberen.
Kann man denselben Becher für Basislack und Klarlack weiterverwenden?
Einweg-Innenbecher und Deckel sind auf einen sauberen, materialbezogenen Arbeitsgang ausgelegt. Bei Materialwechseln sollte ein frischer, zum Lack passender Innenbecher beziehungsweise Deckel verwendet werden. Dadurch vermeiden Sie Rückstände des vorherigen Materials und können gleichzeitig die passende Filterfeinheit einsetzen.
Warum sollte man für Klarlack ein feineres Sieb wählen als für Füller?
Klarlack bildet die oberste, sichtbare Schicht der Lackierung, in der bereits kleinste Verunreinigungen als Fehlstellen auffallen. Ein feines Sieb mit 90 bis 125 µm hält diese Partikel zuverlässig zurück, während ein gröberes Sieb sie ungehindert passieren ließe.
Kann man Bechersysteme und Pistolen verschiedener Hersteller kombinieren?
In vielen Fällen ja, sofern ein passender Adapter verfügbar ist. Der Adapter übersetzt das Gewinde oder den Anschluss des Bechersystems auf das jeweilige Pistolenmodell, sodass sich ein einheitliches Bechersystem betriebsübergreifend nutzen lässt.