Brandschutzmittel
WULFF bietet Brandschutzmittel für Stahlbauteile, Fugen und Abschottungen. Dazu gehören dämmschichtbildende Beschichtungen für Stahlkonstruktionen sowie Brandschutzdichtstoffe für Fugen und Durchführungen.
Brandschutzbeschichtungen für Stahlträger und Stahlstützen
Für tragende Stahlkonstruktionen werden intumeszierende Brandschutzbeschichtungen eingesetzt. Bei starker Hitze schäumt die Beschichtung auf und bildet eine wärmedämmende Schicht. Dadurch steigt die Temperatur des darunterliegenden Stahls langsamer an. Sherwin-Williams bietet solche Beschichtungssysteme für Stahlkonstruktionen mit Feuerwiderstandszeiten bis 120 Minuten an.
Typische Einsatzbereiche sind Stahlträger, Stützen und weitere tragende Profile in Gewerbe-, Industrie- und Objektbauten. Die Brandschutzschicht bleibt im Normalbetrieb vergleichsweise dünn und vergrößert ihr Volumen erst im Brandfall.
R30, R60, R90 und R120 bei Brandschutzfarbe
Die Angabe R beschreibt bei tragenden Bauteilen die Feuerwiderstandsdauer.
- R30: 30 Minuten
- R60: 60 Minuten
- R90: 90 Minuten
- R120: 120 Minuten
R90 bedeutet dabei nicht, dass grundsätzlich dreimal so viel Material wie bei R30 aufgetragen wird. Die erforderliche Trockenschichtdicke wird für das konkrete Profil und das geprüfte Brandschutzsystem ermittelt.
Schichtdicke und Materialbedarf bei Intumeszenzfarbe
Bei einer Intumeszenzfarbe gibt es keinen pauschalen Verbrauchswert für alle Stahlbauteile. Für die Bemessung werden unter anderem Feuerwiderstandsdauer, Stahlprofil, Profilfaktor und angesetzte Stahltemperatur benötigt.
Der Profilfaktor beschreibt vereinfacht das Verhältnis zwischen der dem Feuer ausgesetzten Profiloberfläche und dem Stahlquerschnitt. Schlankere Profile erwärmen sich schneller und benötigen deshalb häufig eine größere Brandschutzschicht als massivere Profile mit derselben Feuerwiderstandsanforderung.
Grundierung und Deckbeschichtung unter Brandschutzfarbe
Viele Stahlbrandschutzsysteme bestehen aus drei aufeinander abgestimmten Ebenen: Korrosionsschutzgrundierung, Brandschutzbeschichtung und gegebenenfalls Deckbeschichtung.
Eine vorhandene Rostschutzgrundierung darf nicht automatisch unter jeder Brandschutzfarbe verbleiben. Die Grundierung muss mit dem jeweiligen System kompatibel und dafür freigegeben sein.
Beim Decklack gilt dasselbe. Er wird eingesetzt, wenn die Brandschutzschicht beispielsweise vor Feuchtigkeit, Witterung oder mechanischer Beanspruchung geschützt werden muss.
Brandschutzmittel für Fugen und Durchführungen
Für Fugen sowie Kabel- und Rohrdurchführungen kommen Brandschutzdichtstoffe und Abschottungsprodukte zum Einsatz. Sie schließen Öffnungen in brandschutztechnisch klassifizierten Wänden und Decken.
Feuerwiderstandsfähige Acryl-Dichtstoffe werden beispielsweise für lineare Fugen und bestimmte Durchführungen eingesetzt. Entsprechende Systeme können je nach geprüfter Konstruktion Feuerwiderstandszeiten bis vier Stunden erreichen.
Dämmschichtbildende Produkte für Kabel- und Rohrabschottungen
Bei Kabel- und Rohrdurchführungen kommen neben Dichtstoffen auch dämmschichtbildende Spachtel- und Abschottungsmaterialien zum Einsatz. Solche Produkte reagieren bei Hitze mit Volumenzunahme und verschließen beziehungsweise schützen definierte Bereiche innerhalb des geprüften Abschottungssystems.
Häufige Fragen zu Brandschutzmitteln
Welche Daten braucht man, um Brandschutzfarbe für Stahl zu bestellen?
Benötigt werden die geforderte Feuerwiderstandsdauer, die Stahlprofile, der Profilfaktor und die angesetzte kritische Stahltemperatur. Daraus wird die erforderliche Trockenschichtdicke ermittelt. Erst mit diesem Wert lässt sich die Materialmenge berechnen.
Braucht ein IPE-Träger bei R90 dieselbe Schichtdicke wie ein HEB-Träger?
Nicht automatisch. Unterschiedliche Profilgeometrien führen zu unterschiedlichen Profilfaktoren und damit zu einer anderen Erwärmungsgeschwindigkeit. Die Soll-Schichtdicke muss deshalb für das jeweilige Profil aus der Bemessung des Brandschutzsystems übernommen werden.
Kann eine vorhandene Rostschutzgrundierung unter der Intumeszenzfarbe bleiben?
Nur wenn sie mit dem vorgesehenen Brandschutzsystem nachweislich kompatibel ist. Ist die vorhandene Grundierung nicht bekannt oder nicht freigegeben, muss der Aufbau vor der Beschichtung geklärt werden.
Muss Brandschutzfarbe immer mit einem Decklack geschützt werden?
Nein. Ob ein Decklack erforderlich ist, hängt vom System und von der späteren Beanspruchung ab. Für frei bewitterte oder feuchtebelastete Flächen gelten andere Vorgaben als für trockene Innenbereiche. Es gibt außerdem Systeme, die Brand- und Korrosionsschutz bereits kombinieren.
Kann man Brandschutzacryl wie normales Acryl verwenden?
Nein. Die Verarbeitung als Brandschutzfuge erfolgt innerhalb einer geprüften Konstruktion. Fugenabmessungen, Hinterfüllung und angrenzende Bauteile müssen den Vorgaben des Systems entsprechen.