Lacksiebe
Lacksiebe halten Partikel, eingetrocknete Materialreste und Verunreinigungen zurück, bevor der Beschichtungsstoff in Becher, Pistole oder Anlage gelangt. WULFF bietet dafür eine große Auswahl an Fein- und Grobsieben in unterschiedlichen Filterstufen. Darunter gängige Ausführungen mit 125, 190, 210, 260 und 300 µm sowie verschiedene Mesh-Abstufungen.
Lacksiebe vor dem Spritzen gezielt einsetzen
Ein Lackiersieb entfernt Partikel aus dem fertig eingestellten Material, bevor diese Düse, Pistolenfilter oder die spätere Oberfläche erreichen.
Gerade bei bereits geöffneten Gebinden, angemischten 2K-Materialien oder Lacken, die vor der Verarbeitung aufgerührt wurden, ist dieser Schritt sinnvoll. Das Sieb korrigiert allerdings keine falsche Viskosität und keinen unvollständig gemischten Beschichtungsstoff. Seine Aufgabe ist ausschließlich die mechanische Filtration.
WULFF führt dafür unterschiedliche Bauformen: klassische Papier- beziehungsweise Nylon-Farbsiebe, Schnellsiebe, Bechersiebe, Einsteckfilter sowie Filter für Pistolen und Materialführung.
Mesh oder Mikrometer
Im WULFF Sortiment finden sich zwei unterschiedliche Angaben zur Feinheit eines Siebs: Mesh und Mikrometer.
Mesh beschreibt die Anzahl der Maschen pro Zoll Gewebe. Je höher die Mesh-Zahl, desto feiner das Gewebe und desto kleiner die durchgelassenen Partikel. Mikrometerangaben wie 125 µm oder 190 µm beschreiben dagegen direkt die Porengröße des Siebs.
Lackiersieb fein oder grob
Die Filterfeinheit sollte zum Beschichtungsmaterial und dessen Viskosität passen. Je kleiner der Mikronwert, desto feinere Partikel hält das Sieb zurück, gleichzeitig sinkt der Materialdurchfluss.
Als Orientierung für die Auswahl:
- 125 µm: extra feine Filtration, häufig für wasserbasierte Basislacke und andere dünnflüssige Lackmaterialien eingesetzt
- 190 - 200 µm: feine Standardfiltration für viele konventionelle beziehungsweise lösemittelhaltige Basis- und Decklacke
- ca. 280 - 300 µm: gröbere Filtration für Primer, Grundierungen und höher viskose Materialien, bei denen ein feines Sieb den Durchfluss unnötig bremsen würde.
Häufige Fragen zu Lackiersieben
Kann ein zu feines Lacksieb Probleme verursachen?
Ja. Ist das Material für die gewählte Filterfeinheit zu viskos, läuft es deutlich langsamer durch das Sieb. Im Extremfall bleibt zu viel Material im Filter zurück.
Kann man ein 125-µm-Lacksieb mehrfach verwenden?
Nicht bei klassischen Einweg-Papier- oder Nylonfarbsieben. Nach dem Filtern verbleiben Lack und zurückgehaltene Partikel im Sieb. Für den nächsten Ansatz wird ein sauberes, neues Sieb verwendet. Professionelle Farbsiebe dieser Bauart werden entsprechend als Verbrauchsmaterial angeboten.
Ist 100 Mesh dasselbe wie 100 µm?
Nein. 100 Mesh und 100 µm sind zwei verschiedene Angaben. Mesh beschreibt die Anzahl der Maschen pro Zoll und µm die Öffnungsgröße in Mikrometern. Bei Ersatzfiltern deshalb immer die für Pistole oder Materialanlage spezifizierte Filtergröße bestellen und nicht allein anhand einer vermeintlichen Umrechnung auswählen.
Braucht man noch ein Lacksieb, wenn das Bechersystem bereits einen Filter im Deckel hat?
Nicht zwingend. Bei Bechersystemen mit integriertem Filter übernimmt der Deckel bereits die Filtration während der Lackzufuhr. Ob zusätzlich vorgesiebt werden muss, hängt vom Materialzustand und von der Verarbeitungsvorgabe ab. Professionelle Bechersysteme werden ausdrücklich mit integrierten Filtern verschiedener Feinheiten angeboten.
Wann sollte man statt eines kleinen Trichtersiebs einen Siebstrumpf verwenden?
Beim Umfüllen größerer Materialmengen aus einem großen Gebinde ist ein Siebstrumpf für den kontinuierlichen Gießvorgang praktischer als ein kleines Trichtersieb, das für diese Menge nicht ausgelegt ist.
Warum sollte man für Füller ein gröberes Sieb wählen als für Klarlack?
Füller ist deutlich dickflüssiger als Klarlack. Ein zu feines Sieb würde den Materialfluss bei dieser Viskosität bremsen oder verstopfen, während ein gröberes Sieb den Durchfluss zulässt und trotzdem gröbere Verunreinigungen zurückhält.